Aktionen / Aktuelles

 

 
Kolumbien / Paya / Boyaca

Der Bezirk Paya liegt in der Region von Boyaca. Die Entfernung zur
Hauptstadt Bogota beträgt ca. 220 km. Paya befindet sich auf einer
Höhe von ca. 900 Meter über dem Meeresspiegel und ist von einigen
hohen Bergen umgeben. Die Umgebung ist teilweise sehr unwegsam
und bei schlechten Wetterbedingungen ist der Weg nach Paya sehr
anstrengend und teilweise auch gefährlich. Auf dem Weg dorthin sind
mehrere Flüsse zu durchqueren - Brücken gibt es nicht. Wenn Regenzeit
ist und der Fluss viel Wasser führt, kann man Paya nicht erreichen.









Das Gebiet um Paya wurde bis vor ca. fünf Jahren noch von den Guerillas belagert und ist bei
der Regierung von Kolumbien in Vergessenheit geraten. Dadurch konnte sich hier nichts
entwickeln (es wurden z. B. keine Strassen gebaut) und die Bevölkerung wurde sich selbst
überlassen. Inzwischen ist das Militär und die Polizei vor Ort.



Im Bezirk Paya gibt es 20 Gemeinden (vergleichbar mit kleinen Dörfern). In der Gemeinde
Abejon liegt die Schule, die wir unterstützen. Der Kontakt zu dieser Schule kam durch die
kolumbianische Organisation „Semillas“ zustande. Lyna kennt die Leiterin dieser
Organisation Sonia Perez. Anfang 2008 fuhr Lyna zum ersten Mal gemeinsam mit Sonia nach
Abejon um sich einen Überblick von der Schule zu beschaffen.





Als erste Unterstützung brachte sie ca. 80 Paar Gummistiefel und viele Schulsachen (Stifte,
Hefte etc.) mit. Für die Kinder bedeutet der Besitz eines Paares Gummistiefel eine große
Erleichterung auf dem täglichen Weg zur Schule und wieder nach Hause, da sie teilweise gar
keine Schuhe oder nur offene Sandalen besitzen.

















Lyna ist begeistert vom Engagement der beiden Lehrer, die unter einfachsten Bedingungen
die Schüler unterrichten. Sie kümmern sich wunderbar um die Kinder und versuchen mit
zusätzlichen Aktionen Geld zu verdienen, um bessere Unterrichtsmaterialien kaufen zu können.






Das Lehrmittelinventar der Schule


Die Schulbibliothek




So sehen die Bücher aus !


Die Wandtafel im Klassenzimmer

Die Schule in Abejon geht bis zur 5. Klasse (vergleichbar mit unserer Grundschule). Ab der 6.
Klasse müssen die Kinder einen sehr weiten Schulweg bis in das nächste Dorf zurücklegen.
Diese Entfernung ist zeitlich nicht jeden Tag zu schaffen, da die Kinder mehrere Stunden hin
und zurück unterwegs wären. Bei schlechtem Wetter wird der Weg zudem noch schwieriger
und auch gefährlich.


Über diesen Fluss führt sogar eine Hängebrücke


Lyna und die beiden Lehrer

Lyna sprach mit dem Schulleiter Jose über das Problem, dass die meisten Kinder ab der
6. Klasse nicht mehr zur Schule gehen können. Oft ist es dann so, dass die Kinder als
Kindersoldaten verkauft werden oder zur Guerilla gehen
(teilweise gehen sie freiwillig, oft werden sie auch entführt).
Um den Kindern eine Perspektive bieten zu können, kamen sie auf die Idee, einigen Kindern
einen weiteren Schulbesuch zu ermöglichen. Die Lösung sieht dann so aus, dass die Kinder
von Montag bis Freitag im Dorf bleiben und bei Verwandten, Bekannten oder Freunden
übernachten und somit nur am Wochenende den weiten Weg zurücklegen müssen. Die
zusätzlichen Kosten für die Übernachtung tragen die
Eltern und unser Verein übernimmt die Verpflegung der Kinder.
Im Ort gibt es einen Laden, der von der Organisation „Semillas“ geleitet und unterstützt wird.
In diesem Laden kann man Lebensmittel und Dinge für den täglichen Bedarf zu niedrigen
Preisen erwerben. Unsere Schüler dürfen sich hier die nötigen Dinge und Nahrungsmittel
holen, die sie zum Leben brauchen und die Kosten werden von unserem Verein bezahlt.
Somit ist sichergestellt, dass das Geld nicht für unnötige Dinge verschwendet wird und die
Kinder haben die Möglichkeit, sich abwechslungsreich und gesund zu ernähren.


Lyna mit den neun Schülern, die nun die 6. Klasse besuchen dürfen


Im Rektorat hier die Schulmaterialien und Uniformen für die neun Kinder






Anprobe


Alles passt wie angegossen






Die Eltern der neun Kinder in ihrer besten Sonntagskleidung


Die Erwachsenen bekommen einmal in der Woche (immer Samstags) Unterricht im Lesen
und Schreiben. Dieses Angebot wird auch mit Begeisterung angenommen. Denn die meisten
Erwachsenen haben dies leider nie lernen dürfen.